Häufig gestellte Fragen

WEEE (EAG)

Was ist WEEE?

WEEE (von engl. Waste of Electrical and Electronic Equipment; deutsch: Elektro- und Elektronikaltgeräte bzw. EAG) ist der Industriebegriff für Elektroabfall, benannt nach der EU-Richtlinie, die dessen Beseitigung reguliert. Elektromüll ist weltweit der am schnellsten wachsende Abfallstrom.

EEE (Electrical and Electronic Equipment; deutsch: Elektro- und Elektronikgeräte) beinhaltet alles mit einer Batterie oder einem Stecker. Bitte beachten Sie, dass Leuchtstoffröhren und LED-Lampen ebenfalls als EEE/WEEE klassifiziert sind, während die herkömmlichen Glühbirnen von der EU-Richtlinie nicht umfasst sind.

Was ist die WEEE-Richtlinie?

Die WEEE-Richtlinie wurde zur Reduktion der zunehmenden Menge an Elektronikschrott (WEEE), der auf Deponien entsorgt wurde, eingeführt. Die Richtlinie verlangt von den Produzenten von Elektrogeräten, für das Produktrecycling zu bezahlen, wenn die Geräte zu Abfall werden.

Wer bezahlt das WEEE-Recycling?

Hersteller und Importeure von Elektro- und Elektronikgeräten sind verpflichtet, einem professionellen Sammel- und Verwertungssystem beizutreten. Der Hersteller bezahlt den ausgewählten Anbieter eines solchen Systems dafür, in seinem Auftrag WEEE zu sammeln und zu recyceln.

Wo kann ich Elektroaltgeräte entsorgen?

Fragen Sie Ihre Gemeinde/Ihren Gemeindeverband oder besuchen Sie die Seite www.elektro-ade.at ,um die nächstgelegene Sammelstelle für Elektroaltgeräte zu finden. Alle Gebietskörperschaften akzeptieren Elektroaltgeräte aus Privathaushalten kostenlos, normalerweise bei Alt- bzw. Problemstoffsammelstellen. Ein Anbieter eines Sammel- und Verwertungssystems wird den Elektroabfall dann von dort abholen. Dieser Service wird von den Herstellern der Geräte bezahlt.

Werden alle Elektroaltgeräte von Sammel- und Verwertungssystemen gesammelt?

Derzeit werden über 50 % des WEEE nicht von Sammel- und Verwertungssystemen gesammelt. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen:

  • Wenn ein neuer Gegenstand schwerer ist als der alte, den er ersetzt – zum Beispiel neue große Kühlschränke nach amerikanischem Vorbild –, macht diese Differenz einen Teil des „vermissten“ WEEE aus.
  • Elektrogeräte könnten auch als zusätzliche Haushaltsgeräte angeschafft werden. In diesem Fall gibt es natürlich kein ähnliches Objekt, das recycelt werden muss.
  • Geräte könnten wiederverwendet (gebraucht verkauft, verschenkt etc.) werden.
  • Kaputte Geräte könnten in den Häusern der Nutzer verbleiben.
  • WEEE wird auch illegal weggeworfen oder exportiert.
Wofür wird WEEE verwendet?

Die Kunststoffe, Platinen, Leitungen, Metalle und Batterien können entnommen und zur Produktion neuer Produkte verwendet werden.

Was sind die Standardkomponenten eines Photovoltaik-(PV)-Systems?

Ein PV-System hat mehrere Komponenten: Gruppen von PV-Zellen, die “Module” genannt werden (auch bekannt als “Paneele”); mindestens eine Batterie; einen Laderegler oder Controller für ein autarkes System; einen Wechselrichter für ein System, das an ein Versorgungsnetz angeschlossen ist oder wenn Wechsel- statt Gleichstrom erforderlich ist; Verkabelung; und Befestigungsmaterialien oder einen Stützrahmen.

Unterliegen PV-Module der WEEE-Richtlinie?

Ja. Als Teil der WEEE-Richtlinie ist das Recycling von PV-Modulen in ganz Europa gesetzlich verpflichtend. Darüber hinaus bedeutet die Umsetzung der WEEE-Richtlinie in die Gesetzgebung der Mitgliedsstaaten, dass die Sammlung und das Recycling von PV-Modulen nunmehr unter die Herstellerverantwortung fallen.

Was bedeuten gesetzliche PV-Verpflichtungen für Ihr Unternehmen?
  • PV-Produzenten sind: Hersteller, Vertreiber, Wiederverkäufer, Importeure und Internet- oder Fernabsatzhändler von PV-Modulen.
  • Als PV-Produzent sind Sie gesetzlich verantwortlich für die Finanzierung und Sicherstellung der Sammlung und des Recyclings von alten PV-Paneelen, die in EU-Mitgliedsstaaten verkauft wurden.
  • Das gilt auch für andere Vorrichtungen, die Teile von PV-Anlagen/Installationen sind, wie Inverter und Energiespeicher (z.B. Batterien und Industrie-Akkumulatoren).

Batterien

Was ist die Batterie-Richtlinie?

Die EU-Batterie-Richtlinie verpflichtet Hersteller von Batterien, für das Sammeln und Verwerten von Altbatterien zu bezahlen.

Was ist ein Sammel- und Verwertungssystem für Batterien?

Alle Batterie-Hersteller müssen an einem Sammel- und Verwertungssystem für Batterien teilnehmen, um das Recycling der Altbatterien sicherzustellen. Alle Systeme werden bei den zuständigen Behörden in ihren Mitgliedsstaaten registriert.

Worauf bezieht sich der Begriff „Batteriehersteller“?

Der Begriff „Batteriehersteller“ bezieht sich nicht nur auf die Hersteller von Batterien an sich, sondern auch auf alle Unternehmen, die Batterien sowie Produkte, die Batterien beinhalten, importieren.

Müssen alle Hersteller einem Batterie-Sammel- und Verwertungssystem beitreten?

Ja. In Österreich müssen selbst Hersteller/Importeure von Kleinstmengen einem System beitreten und die Inverkehrsetzungs-Mengen melden.

Wie werden die Batterien gesammelt?

Private Endkonsumenten können Altbatterien entweder beim nächsten Altstoffsammelzentrum abgeben oder direkt beim Handel kostenlos entsorgen (mit Hilfe der Batteriesammelbox).

Wer bezahlt für das Batterie-Recycling?

Wenn Batterien mit dem Haushaltsmüll weggeworfen werden, werden die Kosten des Sammelns und der Beseitigung von den Kommunalbehörden getragen. Abfallbeseitigung durch Verbrennung wird immer teurer. Recycling verschiebt die Beseitigungskosten zu den Batterieherstellern. Die Hersteller sind verpflichtet, in Relation zu den von ihnen verkauften Batterien eine proportionale Anzahl an Batterien pro Jahr zu sammeln und zu verwerten.

Warum hat die EU die Batterie-Richtlinie verabschiedet?

Batterie-Recycling ist gut für die Umwelt. Die meisten Batterien enthalten toxische Metalle (z.B. Nickel, Cadmium oder Quecksilber), die Umweltbelastungen verursachen, wenn sie in Deponien oder Müllverbrennungsanlagen landen. Batterie-Recycling bedeutet auch, dass die wertvollen Metalle wiederverwendet werden können, und es spart Energie, weil weniger Rohstoffe benötigt werden.

Können alle Batterien recycelt werden?

Ja. Alle Arten von Batterien können recycelt werden, sowohl Einwegbatterien als auch wiederaufladbare. Die einzigen Batterien, die von dieser Richtlinie ausgenommen sind, sind solche, die in Geräten verwendet werden, die mit nationalen Sicherheitsinteressen im Zusammenhang stehen, also Waffen, Munition und Kriegsmaterial.

Wie viele Batterien ergeben eine Tonne?

Schätzungsweise ergeben 43.500 AA-Alkalibatterien eine Tonne.

Verpackungen

Wie werden die verschiedenen Verpackungsarten recycelt?

Einige der wichtigsten Recycling-Prozesse der verschiedenen Verpackungsarten werden unter Was passiert mit Ihrem Abfall? erklärt.

Wer gilt als primärverpflichtetes Unternehmen?

Als Primärverpflichtete werden Abpacker, Importeure, Eigenimporteure und Versandhändler sowie Hersteller und Importeure bezeichnet, welche Verpackungen (Verkaufs-, Transport-, Um- oder Serviceverpackungen) in Österreich erwerbsmäßig in Verkehr setzen.

Warum muss ich als Hersteller oder Vertreiber an einem Sammel- und Verwertungssystem teilnehmen?

Als primärverpflichtetes Unternehmen sind Sie durch das Abfallwirtschaftsgesetz (AWG) und die Verpackungsverordnung (VVO) verpflichtet, an einem oder mehreren Sammel- und Verwertungssystemen teilzunehmen.

Was sind die Folgen, wenn ich nicht an einem Sammel- und Verwertungssystem teilnehme?

Für jene primärverpflichtete Unternehmen, welche nicht an einem Sammel- und Verwertungssystem teilnehmen, sind im AWG Geldstrafen vorgesehen.

Wer überprüft die Teilnahme an einem Sammel- und Verwertungssystem?

Die Koordination der Prüfung bezüglich der Teilnahme und der korrekten Mengenmeldung obliegt der Verpackungskoordinierungsstelle, die entsprechend der neuen Novelle eingesetzt wurde.

Was sind Haushaltsverpackungen?

Nach dem Abfallwirtschaftsgesetz (§ 13h Abs 1) gelten Verpackungen als Haushaltsverpackungen, wenn diese

1. die folgende Größe aufweisen:

a) eine Fläche bis einschließlich 1,5 m² oder

b) im Falle von Hohlkörpern ein Nennfüllvolumen bis einschließlich 5 Litern oder

c) im Falle von Verpackungen aus expandiertem Polystyrol (EPS – z.B. Styropor) eine Masse bis einschließlich 0,15 kg pro Verkaufseinheit

und

2. üblicherweise

a) in privaten Haushalten oder

b) in hinsichtlich der anfallenden Verpackungen mit Haushalten vergleichbaren Anfallstellen – dazu zählen insbesondere Gaststätten, Hotels, Kantinen, Trafiken, Verwaltungsgebäude, Kasernen, Krankenhäuser, Arztpraxen, Bildungseinrichtungen, Kanzleien von Rechtsanwälten, Notaren, Beratungsunternehmen und Wirtschaftstreuhändern, karitative Einrichtungen, Kinos, Theatergebäude, Opernhäuser und Museen, oder Ferienanlagen, Parkanlagen, Sportstätten, Freibäder, Solarien, Fitnesscenter und Raststätten, öffentliche Plätze und sonstige Kleinstunternehmen –

anfallen.

Weiters gelten Serviceverpackungen im Sinne einer Verordnung nach § 14 Abs. 1, Tragetaschen und Knotenbeutel unabhängig von ihrer Größe jedenfalls als Haushaltsverpackungen. Verpackungen aus Papier, Karton, Pappe und Wellpappe, die der Definition einer Verkaufsverpackung im Sinne einer Verordnung nach § 14 Abs. 1 entsprechen, gelten unabhängig von ihrer Größe als Haushaltsverpackungen, sofern die Z 2 zutrifft.

Was sind Gewerbeverpackungen?

Als gewerbliche Verpackungen gelten laut § 13h Abs 3 AWG:

1. Verpackungen, die keine Haushaltsverpackungen gemäß Abs. 1 sind

2. Verpackungen aus Papier, die der Definition einer Transportverpackung entsprechen

3. Paletten sowie Umreifungs- und Klebebänder und

4. der Anteil an Verpackungen, der grundsätzlich der Definition des Abs. 1 entspricht, aber im Rahmen einer Verordnung gemäß Abs. 2 als in anderen Anfallstellen, als in den Abs. 1 Z 2 genannten Stellen anfallend festgelegt wurde.

Datendienste

Wie können wir beurteilen, welche Verpflichtungen Ihr Unternehmen hat?

Wir verfolgen die Verpackungsströme Ihres Unternehmens und stellen genau fest, was in jedem Stadium des Prozesses mit den Verpackungen geschieht.

Wie berechnen wir Ihre Verpflichtung gemäß der Verpackungsverordnung (falls Ihr Unternehmen verpflichtet ist)?

ERP unterhält eine umfangreiche Datenbank mit Verpackungsgewichten. Die Datenbank wird durch Sammlung von Gewichtsdaten der Lieferanten und manuelles Wiegen laufend aktualisiert und erweitert. Unsere einzigartige Software-Lösung gleicht dann Ihre Produkte mit den Verpackungsgewichten aus der Datenbank ab, um die Höhe Ihrer Verpflichtung zu berechnen.

Warum nutzen unsere Kunden unsere Datendienste?

Dafür gibt es eine Reihe von Gründen: Durch eine Auslagerung müssen Sie sich um den komplexen Datensammlungs- und Kalkulationsprozess nicht mehr kümmern. Es kann schwierig sein, Verpackungsgewichte zu ermitteln und zu beurteilen, für welche Unternehmenstätigkeiten eine Verpflichtung besteht. Die Rechtsvorschriften sind oft schwer verständlich. Wir stellen sicher, dass unsere Kunden den in Österreich geltenden Verpackungsvorschriften entsprechen. Durch all das können Unternehmer viel Zeit und Ressourcen einsparen.

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