by ERP Austria

Sehr geehrte Damen und Herren,

in unserem aktuellen Newsletter haben wir wieder eine bunte Mischung an Themen aus dem Bereich Abfallwirtschaft für Sie zusammengestellt:

  • Großer Erfolg für ERP – 3 Millionen Tonnen gesammelte Elektro- und Elektronikaltgeräte
  • Österreichische und europäische Initiativen zur Kreislaufwirtschaft
  • Ausschreibung zur Förderung von Abfallvermeidungsprojekten
  • Aktuelle Entwicklungen zum Thema Kunststoffabfälle

Wir wünschen Ihnen schöne Osterfeiertage und einen guten Start in den Frühling!

Ihr ERP Austria-Team

 

 

Ausschreibung zur Förderung von Abfallvermeidungsprojekten

Sie haben innovative Projektideen zur Abfallvermeidung und sind auf der Suche nach einer Förderung?

Die Sammel- und Verwertungssysteme für Verpackungen stellen jährlich 0,5% der eingenommenen Entpflichtungsentgelte für Abfallvermeidungsprojekte zur Verfügung.

Gefördert wird die Umsetzung und Entwicklung von Maßnahmen zur quantitativen und qualitativen Vermeidung von Abfällen und die zugrundeliegende Forschung. Die diesjährigen Schwerpunkte liegen auf folgenden Themen:

  • betriebliche Abfallvermeidung
  • Abfallvermeidung in der Ausbildung
  • abfallarmes Bauen
  • Abfallvermeidung durch (Produkt-)Dienstleistungen
  • Bewusstseinsbildung zur Abfallvermeidung

Einreichschluss ist der 23. April 2018.

Weiterführende Informationen sowie die Einreichunterlagen finden Sie auf der Homepage der Verpackungskoordinierungsstelle (VKS) unter www.vks-gmbh.at/abfallvermeidungs-foerderung.html.

 

ERP sammelt und vertwertet 3 Millionen Tonnen Elektroaltgeräte

Die European Recycling Platform (ERP) hat seit ihrer Gründung im Jahr 2002 europaweit mehr als drei Millionen Tonnen Elektro- und Elektronikaltgeräte gesammelt und verwertet. Dies entspricht der Menge an Elektroaltgeräten, die in der gesamten Europäischen Union innerhalb eines Jahres anfällt. Durch das Recycling von Elektroaltgeräten werden nicht nur wertvolle natürliche Ressourcen geschont, sondern auch Gefahren für Umwelt und Mensch reduziert. Mit dem Recycling von 3 Millionen Tonnen Elektroabfällen können bis zu 32 Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden. Durch die Infografik werden weitere ökologische Vorteile anschaulich gemacht.

Mit dem Erreichen der Marke von 3 Millionen Tonnen gesammelter und behandelter Elektroaltgeräte unterstreicht ERP noch einmal seine wichtige Rolle auf dem europäischen Recyclingmarkt. „Als einziger pan-europäischer Akteur, Betreiber von 35 Sammel- und Verwertungssystemen in 15 Ländern und Förderer von innovativen Recycling-Strategien sind wir stolz darauf, einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung einer europäischen Kreislaufwirtschaft zu leisten“, sagt Sabine Balaz, Geschäftsführerin von ERP Austria.

Weitere Informationen zu dieser Thematik finden Sie auf unserer Homepage: https://erp-recycling.org/de-at/news-und-events/2018/02/3-millionen-tonnen/

 

EU-Kompromiss zum Kreislaufwirtschaftspaket

Die Menge an Elektroaltgeräten steigt kontinuierlich an – nicht nur in Europa, sondern weltweit. Im Jahr 2021 werden es laut dem kürzlich veröffentlichten Global E-Waste Monitor rund 52 Millionen Tonnen pro Jahr sein. Die bei der Deponierung der Geräte austretenden Gefahrenstoffe können Böden und Grundwasser kontaminieren und damit enorme Schäden für Umwelt und Mensch anrichten. Um die Umweltschäden durch Elektroaltgeräte zu reduzieren und natürliche Ressourcen zu schonen, ist es unabdingbar, die Recyclingrate dieser Geräte zu erhöhen und die Transformation in eine wirkliche Kreislaufwirtschaft voranzutreiben.

Vor diesem Hintergrund begrüßt ERP den kürzlich geschlossenen Kompromiss zwischen dem Rat der Europäischen Union, dem Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission als Ergebnis der Trilogverhandlungen zum Kreislaufwirtschaftspaket. Die drei Institutionen einigten sich auf die Änderung von sechs Rechtsakten, die den Rahmen für Europas Abfallmarkt in den nächsten zehn Jahren vorgeben. Der politische Kompromiss, der unter der estnischen Ratspräsidentschaft ausgehandelt wurde, beinhaltet unter anderem höhere Ziele für das Recycling von Haushaltsabfällen und Verpackungsmüll sowie weitere Instrumente zur Verringerung des Müllaufkommens insgesamt. Zusätzlich soll es Minimalanforderungen für Herstellerrücknahmesysteme geben, die für fairere Rahmenbedingungen und mehr Wettbewerb auf dem Abfallmarkt sorgen sollen.

Das Prinzip der erweiterten Herstellerverantwortung soll bis 2025 in allen Mitgliedsstaaten auch für Verpackungen verpflichtend werden, wodurch die Recyclingraten erhöht und die Kosten für Hersteller und Konsumenten gesenkt werden.

„Die European Recycling Platform begrüßt die Absicht der Europäischen Union, das Prinzip der erweiterten Herstellerverantwortung zu stärken und den Wettbewerb auf dem Abfallmarkt anzukurbeln“, sagt Sabine Balaz, Geschäftsführerin von ERP Austria. „Mit dem Recycling von drei Millionen Tonnen Elektroaltgeräten beweist ERP, dass die erweiterte Herstellerverantwortung in einem wettbewerblichen Umfeld große Vorteile für die Umwelt bei gleichzeitig vertretbaren Kosten für die Hersteller mit sich bringt. Zudem fördert sie Innovationen, die wiederum zu qualitativ hochwertigerem Recycling ohne austretende Gefahrenstoffe und zu qualitativ hochwertigeren Ressourcen für die Kreislaufwirtschaft führen.“

ERP hatte sich auch in der politischen Debatte dafür eingesetzt (siehe Positionspapier vom Dezember 2017). Mit Blick auf das Kreislaufwirtschaftspaket befürwortet ERP insbesondere die klare Definition der Rollen und Verantwortlichkeiten aller beteiligten Akteure. Ebenfalls erfreulich ist die Ausweitung der erweiterten Herstellerverantwortung auf Versandhändler, die ihre Waren von einem Mitgliedsstaat in einen anderen verkaufen. Diese Maßnahme hilft, dem Problem von Trittbrettfahrern entgegenzuwirken und Wettbewerbsgleichheit unter den Herstellern zu schaffen. ERP bemängelt jedoch, dass in dem Kompromiss eine klare Definition der organisatorischen Verantwortungen der Hersteller fehlt. Das könnte den Wettbewerb behindern, da Produzenten so in einigen Mitgliedsstaaten potentiell an eine spezifische Herstellerverantwortungsorganisation gebunden werden könnten, anstatt sich frei zwischen verschiedenen, konkurrierenden Systemen entscheiden zu dürfen.

Eine finale Verabschiedung des Paketes noch im Frühjahr 2018 ist wahrscheinlich. Anschließend beginnt die nationale Umsetzungsphase, in der die Mitgliedsstaaten die Vorschriften in nationales Recht übertragen müssen.

 

Kunststoffabfälle: Eine europäische Strategie zum Schutz des Planeten, der Bürger und als Wachstumsimpuls für die Wirtschaft

Die Europäische Union hat eine Kunststoffstrategie verabschiedet, die Maßnahmen zum Schutz der Umwelt vor Kunststoffabfällen ebenso beinhaltet wie Wachstumsimpulse für die Wirtschaft, Investitionen und Innovationen. Die Strategie zielt darauf ab, Recycling zu einer profitablen Lösung – nicht zu einem Hindernis – für Wirtschaftsunternehmen zu machen und Plastikabfälle sowie Meeresmüll zu reduzieren.

Eine Kerngruppe von EU-Kommissaren, unter ihnen Frans Timmermans, hat mit dem Kunststoffstrategiepapier einen großen Schritt nach vorn für die Kreislaufwirtschaft in Europa gemacht. Das Strategiepapier, das am 16. Januar verabschiedet wurde, wird im weiteren Jahresverlauf dem Rat der EU vorgelegt. Die Schlüsselelemente des Papiers fokussieren die Strategie für Kunststoffe in der Kreislaufwirtschaft, eine Kommunikation an der Schnittstelle zwischen Chemikalien, Produkten und Abfall, einen Rahmen zur Beobachtung für die Kreislaufwirtschaft sowie eine Richtlinie für Hafenauffangeinrichtungen.

Die Anhörungen der Stakeholder wurden am 12. Februar beendet; damit wurde die nächste Phase im Gesetzgebungsprozess erreicht. ERP begrüßt das Paket als wichtigen Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft. Weiterführende Informationen bietet das Positionspapier zur Europäischen Kunststoffstrategie.

Auch das Problem von Mikroplastik in den Weltmeeren und in weiterer Folge in der Nahrungskette wurde von der EU-Kommission aufgegriffen. Die European Chemicals Agency (ECHA) wurde um die Vorbereitung von Strategievorschlägen gebeten. Sie soll prüfen, welche Lösungen möglich sind, um Beschränkungen des vorsätzlichen Zusatzes von Mikroplastik in Kosmetikartikeln und auch von Oxo-Plastik (Verbundstoffe, die sich schnell zu Mikroplastik abbauen) durchzusetzen. (Mehr erfahren)

Im Zuge der EU-Kunststoffstrategie haben viele EU-Mitgliedsstaaten bereits mit der Verabschiedung nationaler Maßnahmen begonnen. So hat etwa Großbritannien die Verwendung von Mikrokügelchen in Kosmetikprodukten verboten und plant weitere Schritte, um die Verwendung von Mehrwegbeuteln zu fördern. Schottland plant ein Verbot von Plastikstrohhalmen bis Ende 2019; in Italien werden Kunden demnächst biologisch abbaubare Tüten für Obst und Gemüse kaufen müssen. Griechenland wird ebenfalls Einwegplastik verbieten und Kunststofftragetaschen in Supermärkten kostenpflichtig machen.

 

Österreich auf dem Weg in die Kreislaufwirtschaft

Der Circularity Gap Report, der im Jänner 2018 beim World Economics Forum präsentiert wurde, kommt zu einem erschreckenden Ergebnis: „Nur 9,1% der Weltwirtschaft sind zirkulär.“

Für den Umweltdachverband stellte sich daher die Frage: Wo steht Österreich auf dem Weg in die Kreislaufwirtschaft?

Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes: „Im neuen Regierungsprogramm gibt es ein klares Bekenntnis zur Kreislaufwirtschaft. Mit gutem Grund: Der Wandel hin zur Kreislaufwirtschaft kann unserem Land nicht nur entscheidend helfen, Umwelt-, Klima- und Energiezielen näher zu kommen, sondern eröffnet beachtliche Möglichkeiten zur Steigerung der Ressourceneffizienz und für die Schaffung regionaler Arbeitsplätze. Dazu bedarf es jedoch einer umfassenden Umgestaltung und Modernisierung unserer Wirtschaft, die nur dann gelingen kann, wenn sie von allen Teilen der Gesellschaft mitgetragen wird. Wenn wir das Potenzial der Kreislaufwirtschaft wirklich nutzen wollen, müssen die sozialen und ökologischen Aspekte dabei aktiv mitgedacht werden.“

Gemeinsam mit dem European Environmental Bureau (EEB), dem RepaNet und dem Verband Abfallberatung Österreich (VABÖ) veranstaltete der UWD am 21. März 2018 in Wien eine Konferenz zu diesem wichtigen Zukunftsthema. Hochkarätige VertreterInnen von EU-Kommission und Parlament sowie der österreichischen Politik und Verwaltung diskutierten über notwendige politische Rahmenbedingungen.

Die Konferenz hatte zum Ziel, durch bessere Vernetzung und Bewusstseinsbildung den Wandel zur Kreislaufwirtschaft in Österreich zu beschleunigen.

Nähere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf der Homepage des Umweltdachverbandes: http://www.umweltdachverband.at/assets/Uploads/2018-03-20-PA-Tagung-Kreislaufwirtschaft.pdf