by ERP Austria

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach dem langen, trüben Winter starten wir mit neuen Themen rund um die Abfallwirtschaft zu einer kleinen Reise. Diesmal erfahren Sie mehr über unser neuestes Abfallvermeidungsprojekt aus der Steiermark; wir informieren Sie, wie Sie den Green Alley Award unterstützen können, und stellen Ihnen den letztjährigen Sieger aus Großbritannien mit einem revolutionären Produkt vor. Außerdem machen wir einen Ausflug nach Südafrika und erzählen über die brennendsten Themen aus dieser Region. Zum Abschluss kehren wir nach Österreich zurück und berichten von der Verleihung des Elektro-Nicks.

Wir wünschen Ihnen einen wunderschönen Frühling!

Ihr ERP Austria-Team

 

 

Wir stellen vor: unsere Abfallvermeidungsprojekte – Teil 3

ERP stellt jährlich einen Teil der eingenommenen Entpflichtungsentgelte für die Förderung von Abfallvermeidungsprojekten zur Verfügung. Derzeit werden drei verschiedene Institutionen von uns unterstützt, die wir Ihnen an dieser Stelle nach und nach vorstellen. Unser „jüngstes“ – das heißt, erst vor kurzem dazugekommenes – Projekt AEE-Bau-Plus schließt diese Serie ab.

 

Verein Soziale Arbeit Steiermark (SASt) – Projekt AEE-Bau-Plus 

Der Verein SASt führt in Kooperation mit ERP das Projekt „Abfallvermeidung von Elektrogeräten und Elektroinstallationsteilen bei Änderungen an Bauwerken (AEE-Bau-Plus)“ durch. AEE-Bau-Plus ist ein klassisches Projekt zur Abfallvermeidung und Bewusstseinsbildung mit dem Ziel, für soziale Integrationsbetriebe ein neues Geschäftsfeld in der Abfallvermeidung zu entwickeln und gleichzeitig die Wiederverwendung von Elektrobauteilen zu ermöglichen.

Verbaute Elektrogeräte und Elektroinstallationsteile in Bauwerken werden in der Baubranche großteils erst nach Abriss in einzelne Bestandteile getrennt. Dadurch ist eine Weiterverwendung von Geräten und Geräteteilen ausgeschlossen und eine Wiederverwertung der Stoffe nur schwer umsetzbar. Bei vielen Baufirmen mangelt es an Möglichkeiten, diese Teile durch eine vorgelagerte manuelle Entnahme zu sichern.

Das Projekt AEE-Bau-Plus hat das Ziel, die Thematik des nachhaltigen Umgangs mit Ressourcen auf den Bereich der in Bauwerken befindlichen und noch nutzbaren Elektrogeräte und Elektroinstallationsteile auszuweiten und in die Praxis überzuführen. Dadurch wird eine Umwertung von einem Abfallprodukt zu einem wertvollen weiterverwendbaren Produkt vorgenommen.

Möglichst viele Unternehmen, bevorzugt Organisationen im Sozialbereich, sollen befähigt werden, Geschäftsbereiche auf diese Thematik auszudehnen oder neu aufzubauen. Konkret werden von Baufirmen und größeren Betrieben Bauwerke bereitgestellt, bei denen ein signifikanter Umbau oder Abriss ansteht. Die in den Bauwerken vorhandenen Potenziale werden erfasst und bewertet. Bei einer positiven Beurteilung werden die entsprechenden Elektrogeräte und Elektroinstallationsteile durch geschultes Personal ab- und ausgebaut. Die Geräte oder Bauteile werden gesäubert, bei Bedarf geringfügig instandgesetzt und einer Wiederverwendung zugeführt. Die Wiederverwendung liegt in der Verantwortung der jeweiligen Betriebe, das AEE-Bau-Plus-Projekt steht beratend zur Seite und gibt Hilfestellungen. Weiters bringt es die Projektpartner mit potentiellen AbnehmerInnen zusammen.

Der gemeinnützige Verein SASt, der dieses Projekt durchführt, wurde im Jahr 2016 zur Durchführung eines Frauenbeschäftigungsprojektes in Graz gegründet und fokussiert sich seither auf die Unterstützung von benachteiligten Menschen und deren erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt. Dafür werden in den Geschäftsfeldern Gastronomie und Gebäudereinigung befristete vollversicherte Arbeitsplätze (Transitarbeitsplätze) zur Verfügung gestellt. Während dieser befristeten Dienstverhältnisse stehen zahlreiche Unterstützungs- und Qualifizierungsmaßnahmen zur Verfügung, um die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen (wieder) herzustellen.

Weitere Informationen über den Verein SASt finden Sie hier.

 

Green Alley Award 2019 – Werden Sie Teil davon!

Bereits zum sechsten Mal wird im Oktober 2019 der von der Landbell Group ins Leben gerufene Green Alley Award vergeben, der einzige Start-up-Award in Europa speziell für die Kreislaufwirtschaft. Ab 25. März können sich Start-ups mit kreativen Geschäftsideen anmelden, die die Kreislaufwirtschaft in Europa vorantreiben. Der Fokus des Awards liegt auf bahnbrechenden Lösungen aus den Bereichen Digital Circular Economy, Recycling und Abfallvermeidung.
www.green-alley-award.com

Auch Sie können zu wichtigen Zukunftsthemen im Umweltbereich beitragen und neue Ideen im Bereich Nachhaltigkeit unterstützen: Werden Sie Förderer des Green Alley Awards!

Ihre Vorteile

  • Mediale Aufmerksamkeit und Positionierung Ihrer Marke
  • Relevante Inhalte, z.B. für soziale Netzwerke, Blog, Unternehmenskommunikation
  • Early-Adaptor nachhaltiger Innovationen
  • Vielversprechende Investitionsmöglichkeiten

Je nach Ausmaß Ihres Sponsorings wird ein umfangreiches Paket für Sie geschnürt – von der Logoplatzierung über die Teilnahme an der Award-Veranstaltung bis hin zur Jury-Mitgliedschaft.

Bitte kontaktieren Sie uns für weitere Informationen: austria@erp-recycling.org.

 

PLUUMO – Revolutionäres Isoliermaterial auf Erfolgskurs

Mit dem Green Alley Award gelingt es der Landbell Group jedes Jahr, die besten Innovationen der Kreislaufwirtschaft auf die Bühne zu holen, noch bevor sie auf dem Massenmarkt erscheinen. Die Entdeckung des letzten Jahres: Pluumo, ein umweltfreundliches Isoliermaterial aus Feder-Abfällen der Geflügelindustrie, entwickelt von dem britischen Startup Aeropowder. Für Lebensmittelhändler, die ihre Produkte auch zum Online-Versand anbieten, oder die derzeit boomenden „Kochbox“-Unternehmen bietet Aeropowder eine thermisch isolierende Verpackungslösung, die wirklich nachhaltig ist.

Die Nachfrage nach solchen Lösungen wächst, wie CEO Ryan Robinson mit Blick auf ein erfolgreiches vergangenes Jahr bestätigen kann: „Als wir Mitte 2018 mit dem Verkauf von Pluumo starteten, war dies ein entscheidender Moment für uns. Es zeigte, dass wir Pluumo vom konzeptionellen zum voll funktionsfähigen Produkt entwickelt hatten, für das Kunden sogar bereit sind zu zahlen! Tatsächlich entsteht gerade eine Dynamik, nicht nur auf Verbraucherebene und in der Öffentlichkeit, sondern auch in der Politik, die zu einer Förderung nachhaltiger Verpackungslösungen beiträgt.“

Im kommenden Jahr will sich das Startup darauf konzentrieren, sein Produkt und die damit verbundenen Prozesse zu optimieren. Derzeit arbeitet das Team an der vollständigen Automatisierung des Produktionsprozesses und an einer End-of-Life-Lösung für Pluumo. „Natürlich möchten wir die Umwelteinflüsse unseres Produkts während des gesamten Produktlebenszyklus minimieren“, bestätigt Robinson. „Unser Hauptaugenmerk in den nächsten Monaten wird aber auf dem Abschluss des automatisierten Fertigungslaufs für Pluumo liegen. Wir hoffen dadurch, unseren Kunden in Zukunft eine größere Menge an Pluumo-Einheiten mit verlässlicher Qualität liefern zu können. So können wir sicher auch noch weitaus größere Unternehmen als Kunden oder Partner gewinnen als bisher.“

 

Tagung der EEG- und Batterieproduzenten in Pretoria, Südafrika

Die European Recycling Platform (ERP) veranstaltete am 7. Februar in Pretoria/Südafrika eine Tagung für die Elektro- und Elektronikgeräteindustrie und am nächsten Tag eine Tagung für Batteriehersteller. An der Veranstaltung nahmen über 50 Vertreter von Recyclingunternehmen, öffentlichen Einrichtungen und sonstigen Organisationen teil.

Bei der Tagung der Elektro- und Elektronikgerätehersteller ging es in erster Linie um eine allgemeine Einführung in die Umweltgesetzgebung, die von der Verpackungs- und Elektroindustrie bis zum 6. September 2018 die Übermittlung eines Abfallmanagementplans (WMP) gefordert hatte. Dabei handelt es sich um den Genehmigungsantrag für den Betrieb von Herstellerverantwortungsorganisationen (PRO). Thalo Mogomola vom südafrikanischen Umweltministerium (DEA) berichtete über den aktuellen Stand der Genehmigungsprozesse und ERP gab Einsicht in ihre Arbeit mit 35 PRO/WMP und zeigte auf, wie sie bereits viele Industrieverbände auf der Welt unterstützen konnte.

Die Tagung der Hersteller von Geräte- und Bleisäurebatterien beschäftigte sich am nächsten Tag mit den neuesten Entwicklungen in der Gesetzgebung zur erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) in Südafrika. Das südafrikanische Umweltministerium (DEA) plant, die Herstellerverantwortung in diesem Jahr auf Batterien und Pestizide auszudehnen. Grundlage für die neuen EPR-Regelungen für Batterien sind zwei in den Jahren 2013 und 2016 veröffentlichte Abfallmanagementgesetze. Ein Gesetz untersagt die Deponierung von Batterien ab dem 23. August 2021 und das zweite verpflichtet Hersteller zur Erstellung eines Abfallmanagementplans (WMP). Ein Vortrag auf der Tagung befasste sich daher mit den Anforderungen an einen WMP und den erforderlichen Prozessen zur Einführung eines obligatorischen WMP; dies wird notwendig, da die Industrie bis jetzt noch keinen Plan ausgearbeitet hat.

An den Nachmittagen gab ERP den Teilnehmern die Möglichkeit, die brennendsten Themen zu diskutieren. Bei den Elektro- und Elektronikgeräteherstellern konzentrierte sich die Diskussion darauf, wie die Industrie den WMP-Prozess derart beeinflussen kann, dass er für Elektrogerätehersteller praktikabel ist, und wie man mit den zu erwartenden hohen Abgaben auf spezifische Produkte, wie Kühlschränke, umgehen kann. Die Hersteller von Geräte- und Bleisäurebatterien diskutierten über die mögliche Einrichtung eines freiwilligen WMP, die Vorbereitungen für einen obligatorischen WMP und über die Unterstützung von ERP in diesem Zusammenhang.

 

Verleihung des Umweltpreises Elektro-Nick 2019

Der Umweltpreis „Elektro-Nick“ wurde von der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK) vor vier Jahren ins Leben gerufen. Mit diesem Preis werden die herausragenden Tätigkeiten österreichischer AbfallberaterInnen gewürdigt, die sich durch vorbildliches Engagement in der Umsetzung des jeweiligen Themas auszeichnen.

„Richtiger Umgang mit Lithium-Batterien/-Akkus“ war bei der heurigen Verleihung das überaus wichtige Motto.

Wertvolle Ressourcen erhalten – Bewusstsein schärfen und informieren

In Österreich werden derzeit 45% der Batterien gesammelt und einer umweltgerechten Entsorgung zugeführt. Demnach liegen immer noch viele alte Batterien in Haushalten herum oder landen verbotenerweise sogar im Restmüll. Hier ist es besonders wichtig, die Bevölkerung darüber aufzuklären, wie leere oder beschädigte Batterien richtig zu entsorgen sind. Speziell Lithium-Batterien/-Akkus müssen sorgfältig behandelt werden, denn durch die charakteristisch hohe Spannung und Energiedichte, die Lithium-Batterien/-Akkus aufweisen, kann es in Kombination mit großer Hitze, mechanischen Einwirkungen oder Kurzschlüssen zu unkontrollierten Reaktionen kommen. Deshalb sind Kampagnen und Aufklärungsarbeit, wie mit ausgedienten Batterien umzugehen ist, schon bei Kindern so wichtig. Mag. Elisabeth Giehser (Geschäftsführerin der EAK), sagt zu diesem Thema: „Durch sorgfältige Handhabung und richtige Entsorgung lassen sich diese Gefahren jedoch weitgehend verhindern“.

Letztendlich hat sich die 6-köpfige Jury einstimmig für die kreativen und nachhaltigen Informationskampagnen der Kärntner Abfallberaterin Bettina Leiner vom Abfallverband Spittal/Drau als Gewinnerin entschieden. Das Siegerprojekt der Kärntner Abfallberaterin – welches mit 700 Euro dotiert war – hat mit der überaus professionellen, multimedialen Aufbereitung des Themas in Form von Radiospots, einem Kurzvideo und Plakaten, die auch als Kinoschaltung eingesetzt wurden, gepunktet.

Den zweiten Platz und somit 500 Euro erreichte der AWV Leoben und überzeugte durch den hervorragend aufbereiteten Batterienschwerpunkt beim Partnertag 2018, der gemeinsam mit SchülerInnen und VertreterInnen der Montanuniversität Leoben organisiert wurde. Last but not least wurde das umfassende Engagement der Wiener Abfallberaterin DI Ingrid Pirgmayer mit dem dritten Platz und 300 Euro gewürdigt. Besonders hervorzuheben ist dabei ein zweiteiliges Video von SchülerInnen für SchülerInnen, für welches die Kids einen eigenen Batterien-Song kreiert haben.

Bundesministerin Elisabeth Köstinger (BMNT) gratulierte den FinalistInnen persönlich am Vortag bei einem Fototermin im Ministerium und lobte das großartige Engagement der österreichischen AbfallberaterInnen.

Das Team der European Recycling Platform (ERP) Austria GmbH gratuliert den GewinnerInnen sehr herzlich.